Bei Tumoren im Kopf- und Halsbereich sind prinzipiell gutartige und bösartige Tumoren zu unterscheiden. Die Diagnose „Tumor“ (lat.: Schwellung) bedeutet damit keinesfalls eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Bösartigkeit eines Geschwulstes leitet sich im Wesentlichen von drei Charakteristiken ab:

1. von zerstörendem, schrankenlosem Wachstum,

2. von der Metastasierung (Bildung von Tochtergeschwülsten an anderen Stellen des Körpers)

3. von der Grad der Entartung –also Bösartigkeit der Zellen (die Tumorzellen haben immer weniger Ähnlichkeit mit den gesunden Zellen des betreffenden Organs).

Alle Tumoren müssen entfernt werden, auch die Gutartigen. Auch diese können durch ihren Wachstumsdruck können sie Schäden an Nachbargeweben verursachen. Manchmal können sie sogar bösartig entarten.

Da eine Unterscheidung in „gut“ und „böse“ – wie im richtigen Leben – zu einfach wäre, gibt es auch Grenzgänger, die „örtlich“ (ein bisschen) böse sind. Sie erfüllen die Merkmale „Entartung“ und „zerstörendes Wachstum“, setzen aber keine Metastasen.

Tumore der Gesichtshaut

Basaliome (auch: Basalzellkarzinome oder weisser Hautkrebs)

Diese Tumore entstehen bis auf seltene Ausnahmen im höheren Erwachsenenalter – vor allem im Bereich der stark sonnenbelichteten Hautbezirke Nase, Ohren, Stirn. Sie sind chronischen Lichtschäden zuzuordnen, die nicht durch ein oder zwei Sonnenbrände bedingt sind, sondern durch ein langes Leben an der frischen Luft. Seeleute, Maurer, Landwirte und blasse und/ oder rothaarige Menschen mit empfindlicher Haut sind von Basaliomen besonders betroffen. Diese Tumore müssen mit einem kleinen Sicherheitsabstand im gesunden Gewebe entfernt werden. Diese Eingriffe werden in aller Regel in örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt. Dennoch sollten Patienten, die einmal ein Basaliom gehabt haben, regelmäßig in (haut)ärztlicher Kontrolle bleiben, da sich auch an anderen Stellen ein Basaliom entwickeln kann.

Maligne Melanome (auch: schwarzer Hautkrebs)

Von der Entstehung her ist dieser Tumor dem Basaliom sehr ähnlich. Auch er ist durch zu häufige Einwirkung von ultraviolettem (UV-)Licht bedingt. Er ist jedoch sehr bösartig und geht von anderen Zellen aus, den Melanozyten. Da diese für die Pigmentierung (Bräunung) der Haut zuständig sind, sieht ein malignes Melanom in aller Regel tiefbraun bis bläulichschwarz aus. Das maligne Melanom muss unbedingt so früh wie möglich erkannt und radikal entfernt werden, da es zu den am leichtesten metastasierenden (streuenden) Tumoren überhaupt zählt. Je nach Stadium und Alter des Patienten ist zusätzlich eine Chemotherapie notwendig. Bei rechtzeitiger Erkennung und vollständiger Entfernung ist das Melanom allerdings gut heilbar.

Naevus (auch: Muttermal)

Der häufigste gemeinsame Verwandte von Melanom und Basaliom ist der Naevus, umgangssprachlich „Muttermal“ genannt. Ein Naevus ist an sich völlig harmlos, wenn er sich allerdings verändert, sollte vom Hautarzt geprüft werden, ob es Hinweise auf einen Übergang in ein Melanom gibt. In solchen Fällen, oder wenn ein Muttermal einem Basaliom ähnelt, sollte es in einem kleinen Eingriff entfernt und das Gewebe vom Pathologen untersucht werden, um die Diagnose zu sichern.

Tumore in der Mundhöhle

Gutartige Tumore der Mundhöhle

Tumore in der Mundhöhle, die von der Mundschleimhaut ausgehen, sind in der Regel gutartig. Es gibt eine Anzahl von harmlosen Gewebsvermehrungen wie Narbenknoten an der Zunge, Randfibrome bei schlecht sitzenden Pothesen oder Entzündungsgewächse, oft von einem Zahn ausgehend. Veränderungen sollten immer entfernt werden, da die Unterscheidung in gut oder böse nur durch den Pathologen möglich ist.

Plattenepithelkarzinom (Krebs der Mundhöhle)

Das Plattenepithelkarzinom ist der bösartige Mundhöhlenkrebs und entsteht meistens infolge langjähriger Mundschleimhautschädigung durch übermäßigen und regelmäßigen Alkohol- und Zigarettengenuss, häufig begleitet durch schlechte Mundhygiene. Die Therapie besteht aus Chirurgie, Strahlen- und Chemotherapie. Als Tumorzentrum wird nach Untersuchung durch die Tumorkonferenz erarbeitet, welche dieser Maßnahmen mit welcher Radikalität ergriffen werden sollten. Im Gespräch mit Ihnen entscheiden wir gemeinsam welche Behandlungsstrategie sich anbieten. Wie bei allen eingreifenden Therapien steht Ihr Wunsch mit Mittelpunkt unserer ärztlichen Bemühungen.

Weitere Tumorerkrankungen

Tumorerkrankungen können alle Gewebe des Kopfes erfassen und werden in kollegialer Zusammenarbeit der verschiedenen Fachärzte im Tumorzentrum diskutiert und eine Behandlungskonzept entworfen. Bei einem großen Krankenhaus können Sie darauf vertrauen, dass wir für Sie die richtigen Experten haben.

Wir nehmen uns Zeit für die ausführliche Beratung und Begleitung unserer Patienten mit Tumorerkrankungen.  Kein Tumor und kein Mensch sind wie der andere ist. Wir haben in unserer Tumorkonferenz kurze Dienstwege zu allen Kollegen anderer Fachgebiete, die an der Therapie dieser Erkrankung beteiligt sind, so dass die Behandlung „aus einer Hand“ erfolgt.